Primark und Nachhaltigkeit. Ihr fragt euch, wie passt das zusammen?

Hallo ihr Lieben ♥,

heute möchte ich euch aufzeigen, was Primark bisher in den letzten Jahren in Bezug auf Nachhaltigkeit geleistet hat. Der Blogpost ist in Zusammenarbeit mit Primark entstanden.

Ich habe mir verschiedene Berichte im Internet durchgelesen und berichte euch auf Grundlage dieser. Primark hat schon immer mit sehr viel Kritik zu kämpfen gehabt und trägt das Image „Billigmarke“. Das Wort Billigmarke suggeriert in den Köpfen der Leute meist, schlechte Bedingungen der Fabrikarbeiter im Ausland bis hin zu einer minderen Qualität. Im Folgenden zeige ich euch auf, dass Primark in den letzten Jahren sehr viel im Bereich Ethical bewegt hat.

  • Primark setzt sich für eine nachhaltige Baumwollgewinnung ein. Des Weiteren hat Primark CottonConnect gegründet und zusammen mit der Frauenvereinigung SEWA unterstützen sie über 11000 Baumwollbauern in Indien. Warum man davon bisher nie oder kaum etwas mitbekommen hat? Ganz einfach, Primark hat sich nicht darauf konzentriert seine Nachhaltigkeitsprojekte publik zu machen oder sie zu bewerben. (Link zur Quelle)

  • Seit 2016 ist Primark im Bündnis für nachhaltige Textilien aktiv und setzt sich für eine Reduzierung von Chemikalien in Textilien ein. (Link zur Quelle)

  • Nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes Anfang 2013 in der Nähe von Bangladesch hat Primark sofort gehandelt und ein Abkommen zu Brandschutz sowie Gebäudesicherheit in Bangladesch unterzeichnet. Das Abkommen wurde von IndustriALL und UNI Global Union ins Leben gerufen. Primark unterstütze die Opfer und deren Familien sogleich nach dem Unglück sowohl mit finanzieller Hilfe als auch mit Nahrungsmitteln. Des Weiteren hat sich Primark für weitere Zahlungen an die Opfer verpflichtet und hat bis jetzt bereits 14 Millionen US-Dollar als Entschädigung gezahlt und davon erreichten 11 Millionen US-Dollar die beschäftigten Arbeitnehmer und deren Familien. Außerdem arbeitet der Einzelhändler mit NGO’s vor Ort zusammen und hat das „Pashe-Achi-Projekt“ gegründet. (Link zur Quelle)

  • Ein weiteres großes Projekt umfasst 80 Facharbeiter, die sich ausschließlich mit den Themen Nachhaltigkeit, ethische Mode und organisieren Schulungen für Arbeiter beschäftigen. Das Projekt befindet sich jeweils direkt vor Ort an den neun wichtigsten Beschaffungsstandorten (China, Indien, Bangladesch, Türkei,…). (Link zur Quelle)

Ein sehr großer Vorwurf besteht darin, dass Primark für „Wegwerf-Mode“ steht. Primark produziert stylische Mode, welche für jedermann erschwinglich ist. Und trotz der günstigen Textilpreise wird sehr auf die Qualität der Produkte geachtet. Primark möchte seinen Kunden ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.

Nach dem Kauf liegt es aber immer noch bei einem selbst, was man daraus macht. Wie geht man mit der Ware um, wird die Ware wertgeschätzt? Jeder ist selbst Herr über seine gekauften Artikel. Ist ein Kleidungsstück nun schlechter, nur weil es sehr günstig war. Ich behaupte nein. Das ist meine Einstellung und Meinung in dieser Sache. Ich finde, es kann nicht pauschalisiert werden, dass günstige Kleidung gleich qualitativ schlecht ist.

2011 war ich in London und dort das erste Mal in einem Primark Store shoppen. Ich habe ein Top und einen Cardigan dort gekauft und die Artikel erst dieses Jahr entsorgt. Auf der anderen Seite gibt es Kleidungsstücke von teuren Marken, die nur nach wenigen Wäschen kaputt sind. Es ist nicht möglich, die Lebensdauer/Qualität zu verallgemeinern.

Primark zeigt auf, dass sich in der Modebranche ein Umdenken in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ethik einstellt, das finde ich wirklich sehr positiv. Jeder ist selbst dafür verantwortlich in wieweit man sich über Unternehmen und Businessmodelle in der Textilbranche informiert. Für mich war es jedenfalls eine super spannende Erfahrung hinter die Kulissen eines Modekonzerns wie Primark zu blicken und den aktuellen Ruf kritisch hinterfragen zu können.

Ich hoffe, dass euch mein Blogpost gefallen und etwas zum Nachdenken angeregt hat.

 

Viele Grüße

Eure Lisa

 

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7 Gedanken zu “Primark und Nachhaltigkeit. Ihr fragt euch, wie passt das zusammen?

  1. fadenwechsel sagt:

    Hallo Lisa,
    das ist ein interessanter Beitrag (genauso wie der Kommentar von Toni Kiel). Ich werde wohl trotzdem eine Skeptikerin bleiben… 😉 Für mich stellt sich die Frage: Brauchen wir Fast Fashion überhaupt? Und warum wird der Produktionsprozess so intransparent gehalten? Da gibt es (nicht nur) für die großen Ketten noch viel zu tun…

    Würdest du eigentlich sagen, dass zB in den Fashion Blogs Nachhaltigkeit immer mehr zum Thema wird? (ich frage deshalb, weil wir ja quasi beide über Textilien bloggen, aber bei den Fashion Blogs fehlt mir ein wenig der Überblick ;))

    Viele Grüße aus Stuttgart,
    Maria (als Tipp kann ich noch den Youtube-Kanal von Justine Leconte empfehlen, sie geht das Thema Mode, Qualität und Nachhaltigkeit sehr vernünftig an)

    Gefällt 1 Person

    1. lisa.2211 sagt:

      Guten Abend,
      in Hinsicht auf Nachhaltigkeit muss wirklich noch einiges getan werden, das sehe ich genauso.

      In immer mehr Fashion Blogs lese ich Beiträge zu Nachhaltigkeit, ich glaube das wird auch von vielen Lesern gerne durchgelesen. In Zukunft werden diese Themen bestimmt zunehmen, bei vielen merkt man ein Umdenken in Bezug auf Nachhaltigkeit oder Fair Trade.

      Vielen Dank für den Tipp des Youtube-Kanals, da werde ich gleich mal reinschauen. 🙂

      Viele Grüße auch aus Stuttgart 🙂

      Lisa

      Gefällt mir

  2. Toni Kiel sagt:

    Hey Lisa und alle anderen LeserInnen,
    Es tut mir ein wenig Leid, aber ich möchte meine Meinung zu deinem Affiliate-Post geben und ein paar Hintergründe erklären.

    // vorweg: ja Primark macht mittlerweile mehr als früher. Hier darf man aber hinterfragen, ob es moralisch nun Güteklasse erlangt, wenn es nicht mehr gigantischen (ökologischen und gesellschaftlichen) sondern nur noch großen Schaden anrichtet. Meine Meinung: nein. Unsere Erde geht durch menschliches Wirken den Bach runter; wir haben keinen Platz mehr für scheinheilige Verbesserungen, wir müssen anfangen Umwelt und Gesellschaft gegenüber neutral oder sogar positiv zu wirtschaften.

    Aber ich will mal auf deine Argumente eingehen:
    // connectcotton ist ein Unternehmen (gegründet von den großen Textilherstellern, Shell und ein paar anderen), das Unternehmen und Marken hilft „eine robuste und resiliente Baumwoll-Lieferkette aufbauen.“ Das hört sich schön an und mit ihren Trainingsprogrammen für BauerInnen vor Ort helfen sie denen auch; im Endeffekt geht es aber um Risikominimierung für die Marken, damit die BauerInnen sich an den Klimawandel anzupassen lernen, NäherInnen nicht streiken und die Marken dem lauten Schrei nach Transparenz nachkommen können. Sorry, aber würde man es ernst meinen, würde man auf GOTS-zertifizierte Baumwolle umsteigen und damit einen Mindeststandard an Ökologie und Sozialem einhalten
    // Anmerkung dazu: Primark sagt selbst, dass sie vorerst nicht mit Fairtrade- oder Bio-Baumwolle arbeiten wollen, weil das nicht in ihre (Preis-)Strategie passt. Klar, wenn mein Alleinstellungsmerkmal ist, dass ich stylishe Kleidung günstig verkaufe. Da günstige Kleidung aber nachgewiesen (Rebound-Effekte und so) zu Mehrkonsum führt, und das ein Mehr an Ressourcenverbrauch bedeutet, darf man fragen, ob dieses Alleinstellungsmerkmal ökologisch und moralisch gerechtfertigt ist. Es hat doch auch niemand Mitleid mit Kohlekraftwerksbetreibern, weil ihr Geschäftsmodell dreckige Energie ist…
    // Das „Bündnis nachhaltige Textilien“ ist ein großer Fortschritt für mehr Nachhaltigkeit in der Branche geworden. Das Bündnis möchte ich nicht diskreditieren! Bislang bedeutet es aber nichts Mitglied des Bündnisses zu sein; der Review-Prozess (also ob man seine sich selbst gesteckten Ziele einhält) startet für die meisten im nächsten Jahr. Außerdem war der Druck des Marktes so groß, dass nahezu alle großen und kleinen Player beitreten mussten…sogar Kik. Es bleibt abzuwarten, was die Mitgliedsunternehmen nun wirklich machen und umsetzen.
    // dass Primark 2013 nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesh „sofort gehandelt“ hat, ist doch keine Lobeshymne wert, sondern humanitäre Pflicht und Selbstverständlichkeit! Dass sie erst DANACH „in Abkommen zu Brandschutz sowie Gebäudesicherheit“ unterzeichnet haben, heißt, dass ihnen minimalste Arbeitsschutzanforderungen wie z.B. die EU sie hat scheißegal waren. Natürlich tut es ihnen Leid, wenn sie für den Tod von Menschen mitverantwortlich sind, aber ihre Verantwortung beginnt eben bei der Beauftragung der Fabrik und nicht, wenn Menschen sterben.
    // Dass Primark bis vor kurzem so ruhig war, wenn es um ihr Nachhaltigkeits-Engagement geht, ist ziemlich einleuchtend. Wem so vieles zu recht vorgeworfen wurde in Vergangenheit, der darf auch erst einmal ordentlich Arbeit hineinstecken, um nicht nur das Image sondern tatsächlich das eigene Wirken zu verbessern. Eine zu frühe Kommunikation wird hart als Green Washing zerrissen. Jetzt, wo viel Nachhaltigkeits-Kommunikation in der Branche betrieben wird (u.a. durch das Bündnis nachhaltige Textilien), kann auch Primark kommunizieren, weil der Benchmark ein anderer geworden ist.
    // Ja, die Nutzung der Produkte und auch die Konsummenge liegen an mir als KonsumentIn. Und ich bin der erste, der an verantwortungsvolleren Konsum appelliert, aber wir wissen (und das weiß Primark erst recht), dass Menschen convenient (gemütlich) sind. Und günstige Kleidung befriedigt u.a. unsere Gemütlichkeit zu jeder Party ein neues Top zu tragen, statt sich über andere Kombinationen Gedanken zu machen usw. Wenn wir verantwortungsvoll konsumieren wollen, dass sollten wir uns nicht gemütlich damit abfinden, dass „Primark ja mittlerweile was macht“, sondern an die Marken halten, die glaubwürdig, aus Überzeugung und effektiv für nachhaltige Mode einstehen. Davon gibt es doch mittlerweile genug: Armedanngels, Grundstoff, Dreiklang, Patagonia, Vaude, und viele mehr.

    Abschließend: Ich will nicht sagen, dass Primark nicht tatsächlich Schritte zu mehr Nachhaltigkeit geht. Sie müssen es aber auch mittlerweile einfach, weil der Marktdruck und der Wettbewerbsdruck zu groß werden. Sie werden also zum vorherigen Status tatsächlich besser (öko- und sozio-effizienter), aber können sie bei ihrem Geschäftsmodell tatsächlich einen Status erreichen (öko- und sozio-effektiv), der unseren Kindern und Menschen heute woanders auf der Welt ein angemessenes Leben ermöglicht?
    Was Primark, wie viele andere Branchen-Player, braucht, ist eine Erneuerung des Geschäftsmodells. Klar, auch das wird uns muss in Schritten erfolgen. Ich sehe aber nicht, dass sie tatsächlich darüber nachdenken, wie sie von konsumfördernder Preiswert-Mode wegkommen und über Services, Plattform-Modelle, höherwertige und preisintensivere Kleidung oder andere ressourcen-entkoppelnde Geschäftsmodelle nachdenken.
    Peace and out.

    PS: Lisa ich will dich damit nicht böse darstellen. Ich möchte nur, dass du und wir alle wissen, was hinter solchen Informationen, wie du sie aus den anderen Medien gezogen hast, steckt. Wenn dich das Thema Nachhaltigkeit und Mode interessiert, dann schau dir mal Green Fashion Blogs und Vlog wie den von dariadaria an.
    Liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

    1. lisa.2211 sagt:

      Hallo,
      ich verstehe deine Argumentation vollkommen. Man kann nur die Welt nicht mehr retten und schon gar nicht von heute auf morgen ändern. Besser man geht wenigstens kleine Schritte voran. Eigentlich dürfte man gar nichts mehr tun, denn so ziemlich alles ist schlecht. Es gibt Menschen die können sich tatsächlich nur diese Kleidung kaufen und keine teuren Kleidungsstücke, die in ihrer kompletten Herstellungskette von vorne bis zur Fertigstellung rein sind. Ich würde mir auch nicht nur solche Kleidung wollen und können. Ich denke jeder hat zu gewissen Dingen eine andere Einstellung. Ich bin der Meinung, dass man auf jeden Fall für die Menschen einiges tun sollte, die unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten/leben. Vieles wird sich aber niemals ändern. Ich freue mich sehr über deinen aufschlussreichen Kommentar und hoffe, dass dadurch wenigstens ein paar Menschen zum Nachdenken angeregt werden. Danke!

      Viele Grüße
      Lisa

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      1. Toni Kiel sagt:

        Danke für deine offene und verständnisvolle Antwort Lisa! 🙂
        Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung 😉 Wenn wir sagen, dass wir die Welt nicht mehr retten können, werden wir das auch nie tun. Nur wenn wir den Idealismus besitzen daran zu glauben, können wir herausfinden, ob wir die Welt noch retten können und schaffen es vllt. auch.
        Und nun bin ich off. Liebe Grüße

        Gefällt 2 Personen

  3. Alina's Place sagt:

    ein toller Beitrag. Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen mit der Haltbarkeit von Primark Produkten gemacht. In London durften 2011 einige Teile mit, die ich sehr regelmäßig trage und wasche mit. Die sind heute noch top. Das kann man von mancher H&M Unterwäsche nicht sagen.

    Alles Liebe ♥

    Gefällt 1 Person

    1. lisa.2211 sagt:

      Man kann mit Primark Produkten bestimmt auch mal Pech haben, das ist bei vielen anderen Marken genau dasselbe. Wie du schon sagst, Primark hat wirklich eine bessere Qualität als H&M oder Zara, auch, wenn das viele Leute bestimmt nicht glauben. 😊

      Viele Grüße

      Lisa

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